Cloud-ERP-System – Schlüsselwörter einfach erklärt

Einführung

Bevor wir uns mit dem Begriff Cloud-ERP beschäftigen vorab eine allgemeine Einführung zum Thema. Cloud-Computing, oder einfach die Cloud, ist eines der aufstrebenden und meist diskutiertesten technologischen Themen der Welt.

Das Cloud-Computing wird auch On-Demand Computing genannt und nutzt das Internet zur Bereitstellung von gemeinsam genutzten Rechenressourcen und Speicherung von Datensätzen und Dokumenten.

Der Begriff umfasst alles: von E-Mails oder Foto-Sharing eines kommerziellen Anbieters wie Google bis hin zum Verwalten der gesamten EDV-Infrastruktur eines globalen Unternehmens aus Remote-Rechenzentren.

Die Cloud kann für kleine und mittelständische Unternehmen (KMU) besonders wertvoll sein. Sie ermöglicht den Zugang voll funktionsfähiger Softwareanwendungen zu günstigen Tarifen und das ohne erheblichen Betriebsaufwand für Hard- und Software. Mit dem richtigen Cloud-Anbieter ist es einem Unternehmen möglich, sich schnell an ändernde Geschäftsumstände anzupassen.

Mit ERP- bzw. Warenwirtschaftssystemen aus der Cloud erfahren die Buchhaltung, das Management und das Reporting eines Unternehmens dauerhafte Unterstützung.

Eine neue Technologiewelle machte Cloud-Computing möglich

Vereinfacht ausgedrückt bedeutet Cloud-Computing die Vermietung von IT-Ressourcen und deren Datensicherung und steht im Gegensatz zum Kauf teurer Software mit unternehmensinterner Pflege. Überraschend ist, dass dies keineswegs ein neues Konzept darstellt.

In den 1970er Jahren verwendeten Dienstleistungsunternehmen große Rechner, um Anwendungen auszuführen und Datenspeicherplatz für andere Unternehmen bereitzustellen. Die besagten IT-Ressourcen und der Speicherplatz konnten dann gegen ein Entgelt gemietet werden. Dieses Konzept hieß Time-Sharing (dt. Zeit-Teilung).

Time-Sharing war teuer und verlor an Beliebtheit, als die Preise für Computer sanken und Unternehmen sich ihre eigene Hardware leisten konnten. In den letzten Jahrzehnten war es daher üblich, Hardware und Software im eigenen Haus anzuschaffen und zu installieren.

Neue Technologien, wie die weltweite Verfügbarkeit des Internets, geringere Kosten für mobile Geräte und die Verbesserung der Rechenleistung führten zu einer beträchtlichen Weiterentwicklung der geschäftlichen Möglichkeiten.

Die Technologie hat sich derart verbessert, dass komplexe Anwendungen sicher und wieder entfernbar auf fremder Hardware laufen können. Die Notwendigkeit für Unternehmen, sich um Hardware-Probleme zu kümmern, entfällt und ermöglicht es den Mitarbeitern, überall und zu jedem Zeitpunkt mit aktuellen Daten zu arbeiten.

Schlüsselwörter rund um Cloud-ERP einfach erklärt

Trotz der Allgegenwärtigkeit des Themas Cloud-Computing kommt es häufig zu Missverständnissen bei Schlüsselwörtern, die zu Verwirrung und Fehldeutungen führen.

Nachfolgend haben wir die gebräuchlichsten Begriffe zum Thema Cloud-ERP zusammengefasst:

Lizenzoptionen: Kauf oder Abonnement

  • Unbefristete Anschaffung: Dieser Begriff bezieht sich auf den Kauf einer Software-Lizenz. Das Unternehmen zahlt einmalig für den Besitz der Lizenz, hinzu kommt eine jährliche Rate für Wartung und Upgrades.
  • Abonnement: Das Unternehmen zahlt eine jährliche oder monatliche Gebühr für die Nutzung der Software-Lizenz. Upgrades zur Software sind in der Regel im Abo-Preis enthalten.

Bereitstellungsoptionen: On-Premise, Gehostet oder SaaS

  • On-Premise: Das Unternehmen ist selbst für die Infrastruktur (Hardware, Software, Kommunikationshardware, Software auf anderen Benutzergeräten, etc.) sowie für die Installation der Anwendungssoftware (Implementierung, Support, Upgrade, Update, etc.) verantwortlich.

Bereitstellungsoption On-Premise - Cloud-ERP

  • Gehostet: Ein Unternehmen agiert als Dienstleistungsunternehmen und kauft als sogenannter Hoster Lizenzen für eine Software bei einem ERP-Anbieter. Der Hoster verwaltet in der Regel die Infrastruktur und die Bereitstellung der Software. Als eigenes Dienstleistungsunternehmen zahlen andere Betriebe Gebühren an den Hoster um ihren eigenen IT-Bereich outzusourcen. Der Unterschied zum Cloud-Computing besteht hier in den fixen Gebühren, sowie den weniger flexiblen Anpassungsmöglichkeiten der Kapazitäten.

Bereitstellungsoption Gehosted - Cloud-ERP

  • Software as a Service (SaaS): Diese neueste Implementierungsmethode ist ein kombiniertes Softwarelizenzierungs- und Bereitstellungsmodell. Software wird auf einer Abonnementbasis lizenziert und vom Softwareanbieter gehostet. Dies erfolgt meist zu einem Festbetrag, der abhängig ist von der Preisgestaltung des Servicegebers und dem gewählten Preismodell. In vielen Fällen wird vom Softwareanbieter für das Hosting eine Public Cloud verwendet.

Bereitstellungsoption SaaS - Cloud-ERP

Private Cloud und öffentliche Cloud

  • Eine private Cloud befindet sich im Privatbesitz einer Firma und wird von dieser oder einem Hoster gepflegt. Basierend auf geschäftlichen Voraussetzungen oder Vorschriften ist dies in einigen Fällen die einzige Option.
  • Eine öffentliche Cloud befindet sich im Besitz eines Dienstleistungsunternehmens wie Microsoft, IBM oder Amazon. Der Dienst stellt die komplette Hardware, Lastverteilung, Backup und Sicherheit.
  • Eine Hybrid-Cloud ist eine Mischung aus lokalen, privaten und öffentlichen Drittanbieter-Cloud-Services.

 

Mehrmandantenfähigkeit

  • Mehrmandantenfähigkeit bedeutet, dass ein Cloud-Anbieter eine einzige Instanz (Version) einer Software auf einem Server mehreren Mietern (Kunden) gleichzeitig zur Verfügung stellt.

Mehrmandantenfähigkeit - Cloud-ERP

  • Einmandantenfähigkeit bedeutet, dass jeder Kunde seine eigene Anwendung und Datenbank in der Cloud nutzt.

Einmandantenfähigkeit - Cloud-ERP

Die Mehrmandantenfähigkeit reduziert die Kosten für die Software-Anbieter, deren Cloud-Anwendungen schnell gekauft und heruntergeladen werden können, wie beispielsweise Facebook.

Für ERP-Systeme aus der Cloud sind die Kosteneinsparungen für den ERP-Anbieter unwesentlich im Vergleich zu der Bereitstellung der Serverhardware, des Betriebssystems und der Datenbank, der Entwicklung der sehr anspruchsvollen ERP-Programme, dem Vertrieb und Marketing sowie dem angebotenen Support.

Die Flexibilität des Programms wird reduziert, wenn die Software mit anderen Nutzern geteilt wird. Die Auswirkungen können sich in Kontrollverlusten wiederspiegeln, hierzu zählen:

  • mangelnde Anpassung an besondere Kundenbedürfnisse
  • unzureichende Aktualisierung von Zeitplänen

 

Thin-Client & Webservices

  • Ein Thin-Client meint im Zusammenhang mit Cloud-Computing ein Gerät (PC, Tablet oder Smartphone), bei dem es nicht notwendig ist, die Anwendung herunterzuladen. Jeder Thin-Client kann von überall auf die Software zugreifen, ähnlich wie bei einer Website.
  • Webservices sind einfache Teilkomponenten der Anwendung. Sie sind mit dem Internet verbunden und greifen darauf zu. Häufige Beispiele sind Widgets auf Smartphones, wie z.B. das Wetter. In Business-Anwendungen können Postleitzahlen nachgeschlagen, Umsatzsteuerberechnungen durchgeführt und andere anspruchsvolle Anwendungen erledigt werden.

 

In Anlehnung an den Artikel „What is Cloud ERP Software?“

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